Grundsätze im Techniktraining

Grundsätze im Techniktraining

27. Juli 2018 0 Von alibipass

Grundsätze im Techniktraining

Wenn Du gerne in Deinem Training Technik schulen möchtest, empfehle ich Dir folgende Gedanken, die Du beachten solltest.

  1. Einen Trainingsschwerpunkt setzen.
    • Versuche nicht zu viel in eine Einheit unterzubringen. Egal, ob Du technische oder taktische Elemente schulen möchtest. Das ist für mich als Trainer die größte Herausforderung. Ich erkenne oft so viele Punkte, die ich schulen möchte, dass ich dazu neige, alles in eine Trainingseinheit unterzubringen. Die Dauer innerhalb der Trainingseinheit ist dagegen variabel.
  2. Schwerpunktperioden planen
    • Schaue, dass Du die zu planenden Einheiten in Perioden, immer wieder wiederholst. Bewegungsabläufe schleifen sich dadurch besser ein und bleiben nicht nur im Kurzzeit Gedächtnis.
  3. An der Enwicklungsstufe orientieren
    • Dieser Grundsatz ist für den Kinderbereich wichtig. Passe den Schwerpunkt, den Inhalt und die Gestaltung an die Entwicklungsstufe – bzw. Ihres Alters – Deiner Mannschaft an. Der Kopfball sollte bei jüngeren Kindern zum Beispiel mit leichteren Bällen trainiert werden.
  4. Am aktuellen Könnensstand orientieren
    • Der Unterschied zur Entwicklungsstufe besteht hier auch in der Spielklasse, in der Deine Mannschaft sich befindet. Wenn Dein Team bereits den Pass mit der Innenseite verinnerlicht hat, kann der Pass mit dem Außenrist, als neues Werkzeug zur Lösungsmöglichkeit, trainiert werden. Ein Spieler, der den Innenspann nicht spielen kann, sollte diesen erst verinnerlichen, bevor er den Außenspannpass perfektioniert.
  5. Korrekt demonstrieren
    • Hier wird es schwierig für die Trainer, die selber nicht besonders technisch geschult sind oder nicht besonders hoch gespielt haben. Aber auch hierfür gibt es Lösungen. Ich kann es selber nur empfehlen, sich selbst Grundtechniken für den Amateurbereich anzueignen. Es muss nicht perfekt und flüssig aussehen, aber der Grundablauf sollte stimmen. In den untersten Klassen hört man nach Torschüssen zum Beispiel sehr oft den Ruf: „Körper über den Ball!“ Das ist aber so nicht korrekt. Die richtige Stellung des Standbeins zum Ball ist hier entscheidender. Aus eigener Erfahrung kann ich hier beispielsweise bestätigen, dass selbst ein 30-Jähriger es in der Kreisliga C noch geschafft hat, seine Schusstechnik, allein durch einen Hinweis von mir, um ein Vielfaches zu verbessern. Und dieser Spieler ist nur einer von Wenigen. Bei Pässen geht es weiter oder selbst einfachste Finten. Wenn ihr im unteren Amateurbereich trainiert oder spielt, könnt ihr bei euch oder euren Spielern schon bei den einfachsten Techniken immens viel rausholen. Im höheren Amateurbereich könnt ihr euch zur Not mit einem technisch begabten Spieler behelfen, der die Übungen vorführt. Ich würde dort aber nie einen Hehl draus machen, dass ihr es selber unter Umständen nicht optimal vorführen könnt. Im Profifußball ist es nochmal anders. Jürgen Klopp sagte einmal: „Ich würde nie auf den Gedanken kommen, einem meiner Spieler zu erklären, wie er eine Technik besser durchführen könnte.“ (frei zitiert) Aber am Ende ist es wichtig, dass die zu trainierende Technik korrekt demonstriert wird. Hilfe zur korrekten Ausführung einer Technik, könnt ihr euch bei uns auf der Homepage holen. Ansonsten werden alle Grundtechniken bei den Trainerscheinen durchgegangen. Das reicht allemal, um den Amateurbereich abzudecken.
  6. Viele Wiederholungen mit einfachen, motivierenden Übungsformen organisieren
    • Viele Wiederholungen lassen Bewegungsabläufe besser verinnerlichen. Daher empfiehlt sich bei Technikübungen Gassenformen und Rundläufe, idealerweise in Verbindung mit Torabschlüssen oder Wettkämpfen, bei denen Punkte erzielt werden müssen. Wichtig ist den Rückweg mit einzuplanen. Nehmen wir zum Beispiel den klassischen Torschuss vor dem Spiel. Spieler mit drei Bällen an die Mitellinie. Pass an den Strafraum, ablegen und Torschuss. Ball holen, hinten anstellen. Eine Bewegung in 5 Minuten. Das ist keine Torschussübung. Das ist eine Übung für Grundlagenausdauer =). In diesem speziellem Fall, Abstände verringern und den Rückweg nutzen. Beim Spannstoß zum Beispiel den Ball von der Grundlinie im Zielschießen durch ein kleines Hütchentor.
  7. Wartezeiten vermeiden
  8. Korrigieren, präzise Verbesserungshinweise geben
  9. kleine Wettkämpfe durchführen
  10. Beidfüßig schulen, den „anderen Fuß“ attraktiv trainieren
  11. Techniken auch mit Torabschluss verbinden, Wiederholungen trotzdem niht vernachlässigen
  12. Differenzieren berücksichtigen (z.B. erleichtern/erschweren)
  13. Auf ermüdungsfreien Zustand im Anfängertraining achten
  14. Im Leistungsfußball auch bei hoher physischer Belastung Technik trainieren
  15. Im Leistungsfußball Techniken unter Zeit- & Gegnerdruck spielnah trainieren
  16. Technisch-taktisches Training in kleinen Spielen durchführen
  17. Im oberen Amateur- und Profifußball ist isoliertes Technik oft nur in der Aufwärmphase, als Sondertraining, im Regenerationstraining oder als aktive Pause zu finden.